AcU-Newsletter 02/2015 (April 2015)

Im Interview

Neues Mitglied im Leitungsausschuss der AK

Interview mit Ingo Morell, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH; Vizepräsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG); Vorstandsmitglied des KKVD; Mitglied im Leitungsausschuss der Arbeitsrechtlichen Kommission (AK)

Die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO) ist eine caritative Trägergesellschaft mit rund 40 Einrichtungen aus den Bereichen Krankenhäuser, Altenhilfe und Kinder- und Jugendhilfe. Die Einrichtungen befinden sich in NRW und Rheinland-Pfalz und beschäftigen mehr als 8.000 Mitarbeiter.

Herr Morell, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl in den Leitungsausschuss der AK. Welche Schwerpunktthemen möchten Sie dort verfolgen?
Die Schwerpunktthemen stehen bereits fest. Ich möchte weiter mitarbeiten, dass wir im Dritten Weg unsere Angelegenheiten auch in die eigenen Hände nehmen und mehr caritasspezifische Wege in der Tarifpolitik gehen, in diesem Sinne immer mal wieder etwas wagen und probieren, wie z.B. bei dem Beschluss der letzten Bundeskommission bezüglich der Vergütung von Lehrkräften in der Altenpflege sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Ich würde gerne mehr in diese Richtung arbeiten - unabhängig von VKA und ver.di, z.B. auch beim Thema Reha-Einrichtungen. Es wäre schön, wenn uns auch eigene Mantelregelungen gelingen würden. Die Altersvorsorge ist generell ein wichtiges Thema. Die KZVK stellt einen Wert dar, den wir auch nach außen hin sichtbar machen müssen. Natürlich werde ich im Leitungsausschuss auch die Interessen der Krankenhäuser verfolgen. 

Branchenspezifische Lösungen in den AVR werden dienstgeberseitig schon länger gefordert. Wo werden z.B. die Altenhilfe- und Reha-Einrichtungen der Caritas in 5-10 Jahren stehen?
Wenn wir keine Lösungen in absehbarer Zeit finden, werden wir dann wohl weniger Reha-Einrichtungen in den AVR haben. Der Reha-Bereich ist mit den derzeitigen AVR-Strukturen kaum zu halten. Bei der Altenhilfe hoffe ich, dass die AVR ein marktfähiger "Tarif" bleiben. Die Realität der regionalen Spreizung muss sich aber dort, wo es notwendig ist, im Tarifwerk widerspiegeln, da z.B. der demografische Wandel die Regionen sehr unterschiedlich treffen wird. Auch strukturell wird sich in der Altenhilfe einiges ändern. Betriebsgrößen und -formen müssen überdacht werden und wir werden auch hier immer stärker im Verbund agieren müssen. Die Gewinnung von Mitarbeitern/-innen wird für alle Anbieter ein wichtiges Thema bleiben. Wie werden wir in 10 Jahren Personal finden? Das wird auch über den Tarif geregelt werden und Lohndumping wird hoffentlich für keinen Anbieter eine Alternative sein. 

Welche Herausforderungen sehen Sie auf die katholischen Krankenhäuser zukommen?
Wo und wie kann die AcU die Träger unterstützen?

Der wirtschaftliche Druck wird nicht weniger. Katholische Häuser haben oft den Nachteil, dass sie häufig keine ausreichenden Betriebsgrößen haben. Das Finanzierungssystem und die anderen Rahmenbedingungen sind und werden eher auf größere Kliniken ausgerichtet. Man muss davon ausgehen, dass Vorgaben zur Qualität und zur Struktur (personelle und sonstige) auch von Seiten der Politik verstärkt werden. Es wird unter Umständen eine weitere Konsolidierungsphase geben - vor allem in den Ballungsgebieten. Die Verbände müssen hier deutlich machen, welcher Wert auch die kleineren und mittleren Häuser haben. Die Kliniken in kirchlicher Trägerschaft sollten sich aber auch weiterhin zu sinnvollen Verbünden zusammenschließen, um die Nachteile der kleineren Betriebsgrößen zum Teil auszugleichen. Die Zahl der Krankenhäuser, unabhängig von der Trägerschaft, wird aber abnehmen.

Die AcU sehe ich als Sprachrohr für die kirchlichen Dienstgeber, um sich Gehör zu verschaffen. In diesem Sinne sollte sie weiterhin die Dienstgeberinteressen im Tarifgeschäft vertreten und die Dienstgeberrolle stärker voranbringen. Wichtig ist die Mitarbeit der AcU in der AK, auch unter dem Aspekt, dass die Einrichtungen das Gefühl haben, dass sie in der AK vertreten sind. Bezüglich der Krankenhäuser muss man schauen, ob der Weg mit dem Ärztetarif weiterverfolgt werden soll hin zu einem Branchentarif Krankenhäuser. Eine Aufgabe der AcU ist es auch, sichtbar zu machen, wie die betriebliche Welt und die Tarifwelt zusammenpassen können. Wo muss z.B. auch die Tarifwelt für die Betriebswelt verändert werden? In der Pflege muss in jedem Fall eine Weiterentwicklung stattfinden. Die AcU sollte hier Vorschläge erarbeiten, ihr Netzwerk nutzen und Themen platzieren. 

Wir danken Herrn Ingo Morell für dieses Interview!

Tagungen und Schulungen

AcU-Fachtagung 2015 - Bitte Termin vormerken
Der Titel der AcU-Fachtagung 2015 lautet: "Caritative Unternehmen - Anforderungen an ein katholisches Profil". Die Fachtagung findet am 08. Oktober 2015 im Maternushaus in Köln von 10.30 - 16.00 Uhr statt. Weitere Informationen dazu sind auf der AcU-Homepage eingestellt. Das Programm zur Fachtagung wird Anfang Mai 2015 veröffentlicht.

Informationen / Anmeldeformular

AcU-Schulungsangebote 2015

"Praxisbeispiele zur Sozialkomponente und zum Leistungsentgelt"
am 09. Juni 2015 in Frankfurt, 10.30 - 16.00 Uhr.
Bereits im Jahr 2013 hat die AcU in zwei Schulungen die AcU-Musterdienstvereinbarungen zur Sozialkomponente und zum Leistungsentgelt vorgestellt. Bei mehreren Trägern hat man diese Musterdienstvereinbarungen in eigenen Modellen vor Ort umgesetzt. Wie sehen diese Modelle aus? Welche Schwerpunkte wurden gesetzt? Was gibt es Positives zu berichten? Wo befinden sich aber auch die Fallstricke und Probleme bei der Umsetzung in der Praxis? Drei AcU-Mitglieder werden ihre jeweiligen Modelle vorstellen, von ihren praktischen Erfahrungen berichten, Fragen beantworten und zum Diskussionsaustausch zur Verfügung stehen.

Informationen / Anmeldeformular

"Aktuelle Rechtsprechung im Arbeitsrecht 2015"
am 04. November 2015 in Frankfurt, 10.30 - 16.00 Uhr.
Referent: Dr. Guido Jansen, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Hamm
weitere Informationen unter  AcU-Schulungsprogramm 2015

In eigener Sache

AcU-Jahresbericht 2014 - Vorankündigung
Jährlich veröffentlicht die AcU einen umfangreichen Jahresbericht. Dieser besteht aus einem Rückblick auf das vergangene Jahr und einem Ausblick auf die Themen des laufenden Jahres und darüber hinaus. Neben Artikeln von AcU-Mitgliedern und Beiträgen der AcU-Geschäftsstelle enthalten die AcU-Jahresberichte auch immer Gastbeiträge von Autorinnen und Autoren aus Caritas, Kirche, Politik und Wissenschaft. Im Mai 2015 wird der AcU-Jahresbericht 2014 erscheinen, u.a. mit Artikeln zu den Themen: "Die Mission eines Unternehmens - was macht das christliche Profil unserer caritativen Unternehmen aus?", "Zukünftige Herausforderungen für kirchliche Krankenhäuser" und "Wohin führt uns der Dritte Weg?". Der AcU-Jahresbericht wird an den umfangreichen Verteiler des AcU-Netzwerkes direkt verschickt. Der aktuelle Bericht kann - nach Erscheinen - aber auch gerne über die AcU-Homepage unter der Rubrik "Veröffentlichungen" angefordert werden. 

Herausgeber:

Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU)
Wittelsbacherring 11
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