AcU-Newsletter 03/2014 (Dezember 2014)

Im Interview

Rückblick auf das Jahr 2014 aus Trägersicht

Interview mit Alfons Donat,
Geschäftsführer der Katharina Kasper Holding GmbH; Vorstandsmitglied der AcU

Die DERNBACHER GRUPPE KATHARINA KASPER fasst in ihrer Holding etwa 30 Gesellschaften und Beteiligungen zusammen. Gut 5.500 Menschen - in drei Bundesländern und an mehr als 100 Standorten - arbeiten in Krankenhäusern, in der Senioren-, Jugend- und Behindertenhilfe. Schulen und Bildungseinrichtungen runden das Portfolio ab.

Herr Donat,  Sie vertreten einen großen Träger, der in verschiedenen Branchen und Regionen tätig ist. Wenn Sie auf das Jahr 2014 zurückblicken, welche besonderen tariflichen Herausforderungen sind im Laufe des Jahres auf die Träger und Einrichtungen zugekommen?

Sicherlich müssen hier die Beschlüsse der Bundeskommission (BK) zur Tarifrunde 2014/2015 zuerst genannt werden. Mit den dort verhandelten Lohnerhöhungen steigen die Personalkosten in unseren Häusern deutlich. Die Refinanzierung der Vergütungen ist aber keineswegs gegeben. Das bereitet uns als Träger große Sorgen. Die tarifliche Entwicklung und die Refinanzierung sind grundsätzlich, auch für die Ärzte, aufeinander abzustimmen. Das verlangen die Dienstgeber schon seit langem.
Als zweite besondere Herausforderung, nicht nur aktuell für 2014, sondern vor allem für die kommenden Jahre, sehe ich die Finanzierung der KZVK. Diese ist ein elementares Problem für den Personalsektor aller caritativen Träger und Einrichtungen. Hier benötigen wir dringend eine schnelle Klärung. Die Refinanzierbarkeit der Beiträge für die KZVK ist in keiner Weise gesichert. Als Geschäftsführer eines Trägers mit 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bin ich davon überzeugt, dass die angebotenen Leistungen der KZVK und deren aktuelle bis mittelfristige Finanzierung allein durch die Dienstgeber künftig nicht zu halten sind. 

Was ist tariflich im vergangenen Jahr auch positiv gelaufen?

Eine Erleichterung für die Dienstgeber ist sicherlich, dass der AK-Beschluss keine zeitgleiche Tarifanpassung mit dem TVöD vorsieht, sondern die Wirksamkeit anders gestaltet. Als wichtiges Signal des Tarifpartners bewerte ich, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Regionen in den Regionalkommissionen noch einmal angeschaut werden. Ich gehe ferner davon aus, dass die Krankenhausfinanzierung künftig eine größere Rolle in den Tarifentscheidungen spielen wird. 

Wie können aus Ihrer Sicht tarifliche Lösungen aussehen, die in der zukünftigen Praxis Ihrer Einrichtungen Bestand hätten?

Wir benötigen dringend Branchentarife, um aktuelle Notlagen wie in der Altenhilfe, in der Reha, aber auch schon - in einigen Regionen - in Krankenhäusern auffangen zu können. Daneben brauchen wir die Branchentarife natürlich auch, um den Markterfordernissen besser zu entsprechen.
Den berechtigten regionalen Bedürfnissen - denken Sie bitte an die Regionen in Ost und Nord - müssen wir verstärkt durch öffnende Instrumente entgegen kommen. Branchentarife und regionale Flexibilisierungen bei Tarifentscheidungen, diese beiden Punkte voranzubringen und zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen, sehe ich aktuell als eine wichtige Aufgabe der Kommissionen.
Seit langem setzt sich die AcU für einen AVR-Mantel ein. Ich persönlich erhoffe mir hier zukunftsfähige Lösungen, um den administrativen Aufwand für die AVR in unseren Einrichtungen verringern zu können.
Eine zukunftssichere Gestaltung der KZVK ist ferner ein entscheidender Faktor für das Überleben aller caritativen Träger und Einrichtungen. Die Leistungsversprechen müssen geprüft werden. Darüber hinaus muss eine Kostenbeteiligung der Mitarbeiter an der zusätzlichen Altersversorgung verhandelt werden. Meine Position dazu ist klar: Die KZVK-Finanzierung sollte zukünftig selbstverständlicher Bestandteil jeder AK-Verhandlungsrunde sein.
Sowohl die genannte Tarifgestaltung als auch die zukunftssichere Gestaltung der KZVK sind im Sinne der Mitarbeitenden und der Dienstgeber. Gemeinsame Ziele sind damit formuliert.

Wir danken Herrn Alfons Donat für dieses Interview!

Tagungen und Schulungen

Schulungstermine in 2015

Seit dem Jahr 2010 organisiert die AcU ein jährliches Schulungsprogramm zu aktuellen Themen rund um den Dritten Weg. Auch für das Jahr 2015 sind die Planungen wieder angelaufen. Folgende Themen und Termine stehen bereits fest: 

"Praxisbeispiele zur Sozialkomponente und zum Leistungsentgelt - AcU-Mitglieder stellen Modelle aus ihren Einrichtungen vor" am 09. Juni 2015 in Frankfurt.
Vier Referenten werden von ihren praktischen Erfahrungen mit der Sozialkomponente und dem Leistungsentgelt berichten und ihre Konzepte und deren Umsetzung erläutern.

"Aktuelle Rechtsprechung im Arbeitsrecht 2015" am 04. November 2015 in Frankfurt
Referent: Dr. Guido Jansen, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Hamm

Weitere Themen sind derzeit in Planung. Dazu finden Sie ab Mitte Januar 2015 Informationen unter www.a-cu.de.

AcU-Fachtagung 2015
Für das Jahr 2015 plant die AcU eine Fachtagung zu dem Thema "Was macht das kirchliche Profil unserer caritativen Unternehmen aus?" Die AcU-Fachtagung 2015 wird voraussichtlich im Oktober/November 2015 im Maternushaus in Köln stattfinden. Weitere Informationen dazu finden Sie ab Ende Januar 2015 unter www.a-cu.de.

In eigener Sache

Weihnachtsferien

Vom 24.12.2014 bis einschließlich 02.01.2015 bleibt die AcU-Geschäftsstelle geschlossen. Ab Montag, den 05.01.2015, sind wir wieder am Wittelsbacherring 11 in Bonn für Sie erreichbar.

Zum Jahresausklang

Zum Schluss möchten wir allen Leserinnen und Lesern unseres Newsletters für die Aufmerksamkeit und für alle Rückmeldungen und Hinweise an die Redaktion herzlich danken. Wir hoffen auch im neuen Jahr auf ein reges Interesse an unseren Veröffentlichungen und freuen uns auf persönliche Treffen bei unseren Schulungen und Tagungen.

Heute wünschen wir Ihnen:
Frohe Weihnachten, schöne Ferientage und alles Gute für das NEUE JAHR!

Ihre AcU-Geschäftsstelle

Herausgeber:

Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU)
Wittelsbacherring 11
53115 Bonn

Tel. +49 228 926 166 0
Fax +49 228 926 166 11

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