AcU-Newsletter 01/2015 (März 2015)

Im Interview

Ausblick auf das Jahr 2015

Interview mit Dr. Matthias Scholz, Bereichsleiter Personal der Malteser Deutschland gGmbH, Köln; stellv. Vorstandsvorsitzender der AcU

Die Malteser Deutschland gGmbH bündelt die Trägerschaft der Malteser Einrichtungen für Medizin & Pflege (Krankenhäuser, Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen und stationäre Hospize) und der Malteser Werke gemeinnützige GmbH, die die Betreuungseinrichtungen für Migranten und Projekte im Bereich der Familie, Gesundheit und Jugend umfasst. 


Herr Dr. Scholz, die Malteser Deutschland gGmbH vereint viele Angebote unter ihrem Dach. Wo sehen Sie für 2015 die größten Herausforderungen für Ihren Träger?

Die größte Herausforderung ist es, in den gegebenen Rahmenbedingungen des deutschen Gesundheits- und Sozialwesens so zu arbeiten, dass wir die Zukunftsfähigkeit unserer Einrichtungen sicherstellen können. Dazu müssen wir investieren und dazu brauchen wir eine Mindestrendite. Dabei ist es eine besondere Herausforderung, dass uns das System limitiert, z.B. durch eingeschränkte Refinanzierungsmöglichkeiten oder durch Budgetdeckelungen, die u.U. Leistung bestrafen. Dieses Korsett gilt vor allem natürlich für die Krankenhäuser, aber auch die Altenhilfe rückt hier immer stärker in den Fokus. Wichtig ist es, neben der Arbeit auf politischer Ebene, um eine Verbesserung der Refinanzierungsbedingungen zu erreichen, auch eine kluge Tarifpolitik zu machen. Und das heißt nicht - ich will es hier ausdrücklich betonen - möglichst niedrige Tarifabschlüsse zu erreichen. Es heißt vor allem, einen AVR-Tarif zu entwicklen, der es uns ermöglicht, unter den gegebenen Rahmenbedingungen für Mitarbeitende attraktiv zu sein und gleichzeitig Flexibilität zu bieten. 

Wie kann die AcU Sie dabei unterstützen?
Die AcU kann dabei unterstützen, im Dritten Weg zu echten Verhandlungen zu kommen. Für die Träger ist es wichtig, dass wir nicht nur den TVöD abschreiben. Unsere Konkurrenten sind - zu erheblichen Teilen - freie Träger, nicht nur die öffentlichen Anbieter. Wir haben besondere Anforderungen an einen passenden Caritas-Tarif, wie z.B. Mantel- und Branchenregelungen. Außerdem brauchen wir eine größere Flexibilität. Daher begrüße ich die Arbeit der AcU in Richtung eines eigenen Caritas-Tarifes und echter Verhandlungen. Wir Malteser engagieren uns in der AcU, damit Trägerinteressen mehr in den Vordergrund treten und in den Verhandlungen berücksichtigt werden.

Wie wichtig ist ein christliches, katholisches Profil für Ihren Träger und wie kann es gelebt werden?
Das ist ein elementares Thema für jedes caritative Unternehmen. Ich glaube, dass die deutsche Gesundheitslandschaft sehr viel ärmer wäre ohne die katholischen Träger. Das Unterscheidende ist das christliche Proprium. Nicht nur die AVR oder die Grundordnung machen Kirche sichtbar. Jeder Träger hat die Aufgabe, das "Unterscheidende" für sich zu definieren. Wir Malteser sind darüber hinaus davon überzeugt, dass wir unsere Mitarbeitenden nicht auf ihre Funktion reduzieren können. Jeder Einzelne hat auch eine spirituelle Dimension, die er nicht ablegt, wenn er durch die Tür zu seinem Arbeitsplatz geht. Deshalb versuchen wir, das in das Berufsleben zu integrieren. Das ist bei uns ein ständiger Entwicklungsprozess. Wichtig ist uns, hierzu Angebote zu machen. Wir bieten z.B. Exerzitien, Diskussionen, Vorträge, aber auch die Teilnahme an Gottesdiensten oder Wallfahrten im Alltag an. Die Initiative der AcU, dieses wichtige Thema bei ihrer Fachtagung 2015 zu bedenken, finde ich sehr gut und freue mich auf die dortigen Anregungen.

Wir danken Herrn Dr. Matthias Scholz für dieses Interview!

Tagungen und Schulungen

Caritative Unternehmen - Anforderungen an ein katholisches Profil
AcU-Fachtagung am 08. Oktober 2015 in Köln, Maternushaus von 10.30 - 16.00 Uhr

Die AcU-Fachtagung beschäftigt sich in diesem Jahr mit einem immer wichtiger werdenden Zukunftsthema für caritative Unternehmen: dem christlichen Profil. Das erkennbare Profil eines caritativen Trägers kann auch über den unternehmerischen Erfolg eines Unternehmens mitentscheiden. Wie aber können caritative Unternehmen ein solches Profil gestalten und wie wird es von Führungskräften und Mitarbeitenden glaubwürdig gelebt? Auch über den formalen Aspekt des kirchlichen Arbeitsrechts hinaus bedarf es sicherlich noch weiterer Vorraussetzungen für ein ausgeprägtes und wiedererkennbares katholisches Profil. Woran wird ein caritativer Träger in Zukunft erkennbar sein? Wie wirkt sich eine christliche Unternehmensidentität auf die Mitarbeitenden und das Klientel aus?
Prälat Dr. Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes e.V., Freiburg und Bruder Peter Berg, Vorsitzender des Aufsichtsrates Barmherzige Brüder Trier gGmbH, Koblenz sowie weitere Referenten aus Kirche, Unternehmen und Wissenschaft werden das Thema beleuchten. Die AcU lädt alle Dienstgeber aus Caritas und Kirche herzlich zum Austausch und zur Diskussion am 08.10.2015 nach Köln ein.

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Betriebliche Altersversorgung in caritativen Unternehmen - Praxisschulung zur KZVK
AcU-Schulung am 23.04.2015 in Frankfurt am Main, Haus am Dom von 10.30 - 16.00 Uhr

Das Thema "Betriebliche Altersversorgung und ihre Bedeutung" wird in dieser Schulung intensiv beleuchtet. Besprochen werden die Fragen: Wie ist eine betriebliche Altersversorgung aufgebaut? Wo sind ihre steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile und Grenzen? Wie sehen betriebliche Altersversorgungen in anderen Branchen aus? Wie und wo gibt es eine Mitarbeiterbeteiligung an der Versorgung? Zudem werden die Leistungen der KZVK beleuchtet. Einzelne Themen wie unterschiedliche Abrechnungsverbände, Umstellung vom Umlagesystem zum kapitalgedeckten System sowie die Finanzierung der Zusatzversorgung - Beiträge und Sanierungsgeld - werden erläutert und im Plenum gemeinsam diskutiert.

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Weitere Schulungsangebote der AcU finden Sie im AcU-Schulungsprogramm 2015

Herausgeber:

Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU)
Wittelsbacherring 11
53115 Bonn

Tel. +49 228 926 166 0
Fax +49 228 926 166 11

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