AcU-Newsletter 03/2016 (Juli 2016)

Im Interview

Die AcU ist ein wichtiger Partner im Dritten Weg

Interview mit Thomas Vortkamp, Geschäftsführer des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschlands e.V. (KKVD)

Herr Vortkamp, in diesem Jahr feiert die AcU ihr 15-jähriges Bestehen. In den letzten Jahren hat sich das Selbstverständnis der AcU vom losen Interessenverbund hin zum Dienstgeberverband gewandelt. Wie nehmen Sie die Arbeit der AcU aktuell wahr?

Zunächst einmal gratuliere ich der AcU zum 15-jährigen Bestehen und danke für die gute und konstruktive Zusammenarbeit in all den Jahren. Die Zusammenarbeit zwischen AcU und KKVD nehme ich positiv und intensiv war. Zu vielen Themen haben wir gemeinsame Positionen entwickelt und bringen diese gut in die entsprechenden Gremien und bei unseren Partnern in Caritas und Kirche ein. Die AcU ist in den zurückliegenden 15 Jahren in der Caritas - nach meiner Wahrnehmung - ein fester Ansprechpartner geworden und bringt sich gut in die arbeitsrechtliche und tarifpolitische Diskussion ein. 

Seit vielen Jahren arbeiten der KKVD und die AcU als Kooperationspartner zusammen. Welche Themen sind aus Sicht des KKVD in der Tarifpolitik für Dienstgeber wichtig?

In erster Linie sind hier die Begleitung und Positionierungen zu den Vergütungsrunden anzusprechen. Tarifliche Entwicklungen können nicht abgekoppelt von den Refinanzierungsmöglichkeiten verhandelt werden. Vor diesem Hintergrund ist für uns auch ein wichtiges Anliegen, sparten- bzw. berufsgruppenspezifische Tarife zu bekommen, denn die einzelnen Einrichtungsarten der Caritas unterscheiden sich von den Berufsbildern und der Refinanzierung stark.

Das Thema betriebliche Altersversorgung und KZVK wird uns in den nächsten Jahren ebenfalls intensiv beschäftigen. Gemeinsam müssen wir - KKVD und AcU - stärker in die Entscheidungsgremien der KZVK eingebunden sein. Die betriebliche Altersversorgung ist eine wichtige Säule und wird nach meiner festen Überzeugung zukünftig sehr bedeutend mit Blick auf die Attraktivität eines Arbeitgebers sein. Wir müssen unsere Versorgungsordnungen in den AVR zukunftsfest machen. Gleichzeitig muss allerdings - genauso wie in der gesamten Versicherungswirtschaft - geprüft werden, welche Leistungsversprechen realistisch unter Beachtung der Kapitalmarktsituation möglich sind. Leider können wir nicht mehr von Zinserwartungen wie in den 70er Jahren ausgehen als die öffentlichen und unsere kirchlichen Zusatzversorgungskassen gegründet wurden und im öffentlichen Dienst ein hohes Leistungsversprechen gegeben wurde. 

Für die Einrichtungen der Reha brauchen wir flexiblere tarifliche Regelungen, damit die Einrichtungen vor Ort sich den Gegebenheiten besser anpassen können. Dort, wo eine starke Wettbewerbssituation mit privaten Anbietern herrscht, die zum Teil weit unter AVR vergüten, muss es Möglichkeiten geben, um den Fortbestand zu sichern. Wir wollen das Feld nicht einfach aufgeben und uns weiter um die Patienten kümmern. In anderen Regionen ist es schwierig, überhaupt qualifiziertes Personal zu bekommen. Auch hier brauchen wir tarifliche Instrumente, um attraktiv zu sein.

Dürfen wir Sie bitten, der AcU für ihre zukünftige Arbeit noch ein paar Worte mit auf den Weg zu geben?

Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass die gute Zusammenarbeit zwischen KKVD und AcU in der bewährten Weise weitergeführt wird und wir konstruktiv um gemeinsame Positionen ringen. Oberstes Ziel muss die Erhaltung und Weiterentwicklung des Dritten Weges sein. Dafür müssen wir uns einsetzen und konstruktiv einbringen.

Wir danken Herrn Thomas Vortkamp für dieses Interview!

Aktuelles

AcU-Jubiläumsfeier "15 Jahre AcU"

Am 28.06.2016 hat die AcU ihr 15-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest in Köln gefeiert. Am 12. Juni 2001 fand die Gründung der AcU mit 13 Gründungsmitgliedern - ebenfalls bereits in Köln - statt. Seitdem hat sich die AcU stetig fortentwickelt und versammelt heute 30 Mitglieder, die branchenübergreifend und bundesweit über 100.000 Mitarbeitende in allen caritativen Arbeitsfeldern beschäftigen, unter ihrem Dach.

Die AcU-Mitglieder und viele Gäste aus dem Netzwerk der AcU in Caritas und Kirche trafen sich im Maternushaus zu einer Feierstunde. Die beiden Grußworte hielten Schwester M. Basina Kloos - ehemalige Vorstandsvorsitzende der Marienhaus Stiftung und Gründungsmitglied der AcU - und Heinz-Josef Kessmann - Diözesan-Caritadirektor des Caritasverbandes für die Diözese Münster e.V. und Vorsitzender der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes e.V. (AK).

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Jacob Joussen - Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches u. Europäisches Arbeits- und Sozialrecht an der Ruhr-Universität Bochum - zum Thema "Was macht einen Dienstgeberverband für caritative Unternehmen aus?". 

Auf der Homepage der AcU ist das Vorwort "15 Jahre AcU - Den Dritten Weg stärken" aus dem aktuellen AcU-Jahresbericht 2015 eingestellt.

Tagungen und Schulungen

AcU-Schulungen 2016

Dienstpläne gestalten -
Praktische Erläuterungen zum BAG-Urteil von 2013
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat mit Urteil vom 25.04.2013 (AZ. 6 AZR 800/11) zur Abgrenzung von Überstunden und regelmäßiger Arbeitszeit bei Schichtarbeit im Rahmen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) Stellung genommen. Aus der damit verbundenen Klarstellung der - bis dahin sehr unterschiedlich interpretierten - tarifvertraglichen Überstundenklausel ergeben sich auch Empfehlungen für die Schicht- und Dienstplangestaltung in den caritativen Unternehmen und Einrichtungen, die der Referent RA Dr. Christian Schlottfeldt aufzeigen wird.

14. September 2016 in Frankfurt, 10.30 - 16.00 Uhr
Referent: RA Dr. Christian Schlottfeldt, Arbeitszeitkanzlei, Berlin

Informationen / Anmeldeformular

Aktuelle Rechtsprechung im Arbeitsrecht 2016
Fast ist er schon eine Tradition: der AcU-Jahresrückblick auf die aktuellen arbeitsrechtlichen Entscheidungen, die im Laufe des Jahres gefallen sind. Eine rechtssichere Beurteilung arbeitsrechtlicher Fragestellungen setzt die stetige Beobachtung und Analyse der Rechtsprechung voraus. Daher werden sich auch in diesem Jahr die Schwerpunktthemen der Veranstaltung rückblickend an den höchstrichterlichen Entscheidungen des Jahres 2016 orientieren. Der Referent, Rechtsanwalt Sebastian Witt, wird die Änderungen im Arbeitsrecht erläutern und für die Praxis aufbereiten. Ebenfalls in den Blick genommen werden praxisrelevante Entscheidungen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes sowie deren Auswirkungen auf das nationale Arbeitsrecht.

09. November 2016 in Frankfurt, von 10.30 - 16.00 Uhr
Referent: Sebastian Witt, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, BUSSE & MESSEN, Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Bonn

Informationen / Anmeldeformular

In eigener Sache

AcU Jahresbericht 2015 erschienen

Ende Juni 2016 ist der AcU-Jahresbericht 2015 erschienen. Wie in den Jahren zuvor enthält der Bericht sowohl einen Rückblick auf den genannten Berichtszeitraum mit einem ausführlichen Tätigkeitsbericht als auch Artikel zu den aktuellen Arbeits- und Themenschwerpunkten der AcU. 

Aufmerksam machen möchten wir besonders auf den Artikel "Selbstverständnis der AcU / 15 Jahre AcU - vom losen Interessenverbund zum Dienstgeberverband", in dem - ausgehend von den Wurzeln der AcU - ihr heutiges Selbstverständnis dargestellt wird. Die weiteren Artikel beschäftigen sich mit einer Betrachtung der KZVK aus unternehmerischer Sicht, mit den möglichen Auswirkungen eines Sozialtarifes auf den Dritten Weg der Caritas, mit den tariflichen Zielen der AcU sowie den anstehenden Wahlen zur AK. Ein Interview zum Thema "Zukunftschancen caritativer Unternehmen" rundet die Themenpalette ab. 

Der AcU-Jahresbericht 2015 wurde als Printversion direkt an den umfangreichen Verteiler des AcU-Netzwerkes geschickt. Der aktuelle Bericht kann gerne in der AcU-Geschäftsstelle unter info@a-cu.de angefordert werden.

Herausgeber:

Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU)
Wittelsbacherring 11
53115 Bonn

Tel. +49 228 926 166 0
Fax +49 228 926 166 11

info@a-cu.de
www.a-cu.de

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