AcU-Newsletter 04/2016 (November 2016)

Im Interview

Die KZVK: aktuelle Situation

Interview mit Michael Klass, Vorstandssprecher der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse des Verbandes der Diözesen Deutschlands (KZVK), Köln

 

Herr Klass, die KZVK befindet sich mitten in einem Veränderungsprozess. Wie bewerten Sie die geplante neue Struktur?
Die Kasse hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt damit beschäftigt, die entscheidenden Weichen zu stellen, um optimal für die Zukunft aufgestellt zu sein. Dazu gehört die in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) entwickelte neue Organ- und Aufsichtsstruktur. Mit dieser neuen Struktur passen wir die Kasse an aktien- und versicherungsrechtliche Standards an und sorgen dementsprechend für klarere Vorgaben und größere Transparenz. Das halte ich gerade in einem so komplexen Fachgebiet wie der Zusatzversorgung für langfristig unabdingbar. Denn nur mit einer zeitgemäßen Struktur kann die KZVK auch künftige Herausforderungen bestmöglich meistern.

Ab Januar 2017 wird es statt des bisher eingesetzten Verwaltungsrates einerseits einen Aufsichtsrat geben, der unter anderem die Geschäftsführung überwacht und begleitet, andererseits eine Vertreterversammlung, die die Interessen von Trägern, Beteiligten und Versicherten vertritt. Zudem überwacht mit der VDD-Verbandsaufsicht ein weiteres, extern besetztes Aufsichtsgremium die Kasse. 


Das Sanierungsgeld wird zurückgezahlt und der Finanzierungsbeitrag wird in diesem Jahr erstmalig erhoben. Wie wird dies in der Praxis für die beteiligten Einrichtungen ablaufen?
Die Rückzahlung des Sanierungsgeldes erfolgt grundsätzlich unabhängig von der Erhebung des Finanzierungsbeitrags. Für die Beteiligten bedeutet dies, dass sie - sofern sie einen Antrag auf Rückzahlung gestellt haben - das Geld für sämtliche von ihnen gezahlten Sanierungsgelder von uns zurücküberwiesen bekommen, inklusive Zinsen. Aktuell versenden wir erstmals Rechnungen zum Finanzierungsbeitrag. Die Höhe des zu zahlenden Beitrags wird für jeden Beteiligten individuell festgelegt, abhängig von seinen aus den Besitzständen zum 31.12.2001 resultierenden Versorgungsverpflichtungen. Details werden wir in der Rechnung erläutern und auch auf unserer Website stellen wir hierzu Informationen bereit.


Welche Auswirkungen haben diese Maßnahmen auf die Kasse?
Für die Kasse ist die Erhebung des Finanzierungsbeitrags eine von mehreren Stellschrauben, um die zugesagten Versorgungsverpflichtungen dauerhaft erfüllen zu können. Zwar wächst der Ausgleichsposten im aktuellen Jahresabschluss durch die Sanierungsgeldrückzahlung zunächst an, allerdings gleicht die Erhebung des Finanzierungsbeitrags dies langfristig wieder aus. Neben dem Finanzierungsbeitrag tragen unter anderem auch die Beitragssatzanhebung im Bereich der Pflichtversicherung und die Neutarifierung in der freiwilligen Versicherung zur dauerhaften Stabilität der Kasse bei. Natürlich kann es sein, dass die Rahmenbedingungen in einigen Jahren anders aussehen und die Kasse dann entsprechend anpassen muss. Allerdings ist es auch immer wichtig sich eines klar zu machen: Die KZVK ist heute trotz der hohen Belastung durch die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt so gut aufgestellt, dass sie zu mehr als 75 Prozent ausfinanziert ist. Mit anderen Worten: Würden wir von heute an keinerlei Einnahmen mehr haben, wäre die Zahlung der KZVK-Renten dennoch auf Jahrzehnte sichergestellt. 


Viele Dinge sind bei der KZVK aktuell in Bewegung. Das Thema Änderung des Leistungsrechts stand noch nicht auf der Agenda. Wie schätzen Sie die mittelfristige Entwicklung hierzu ein?

Die KZVK hat gerade in den vergangenen Jahren viel getan, um die dauerhafte Finanzierung der Versorgungszusagen sicherzustellen. Ich bin überzeugt, dass sie damit gut aufgestellt in die Zukunft geht. Selbstverständlich ist der Kasse dabei aber auch die teils hohe Belastung der Beteiligten bewusst. Eine Änderung des Leistungsrechts kann nur von den Gremien des kirchlichen Arbeitsrechts initiiert und beschlossen werden. Die KZVK versteht sich aber als Teil des Prozesses und würde auch hier beratend und unterstützend mitwirken.

Wir danken Herrn Michael Klass für dieses Interview!

Aktuelles

Neue Entgeltordnung für die Caritas?

Derzeit arbeitet die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas (AK) - im Rahmen der aktuellen Tarifrunde - an der Umsetzung einer neuen Entgeltordnung für die Caritas. Mit Spannung darf erwartet werden, ob es bei der letzten Sitzung der Bundeskommission der laufenden Legislaturperiode der AK am 08.12.2016 zu einem Beschluss kommt. 

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In eigener Sache

AcU-Jubiläumsfeier "15 Jahre AcU"

Am 28.06.2016 hat die AcU ihr 15-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest in Köln gefeiert. Die AcU-Mitglieder und viele Gäste aus dem Netzwerk der AcU in Caritas und Kirche trafen sich im Maternushaus in Köln zu einer Feierstunde.  

Auf der Homepage der AcU sind Fotos vom Jubiläumsfest und die Artikel "Selbstverständnis der AcU / 15 Jahre AcU - vom losen Interessenverbund zum Dienstgeberverband" und "15 Jahre AcU - Den Dritten Weg stärken" aus dem AcU-Jahresbericht 2015 eingestellt.

Ebenso ist dort der Artikel "Die AcU vertritt seit 15 Jahren Unternehmen in der Caritas" eingestellt, der in der Ausgabe 19/2016 der Zeitschrift "neue caritas" erschienen ist. 

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