AcU-Newsletter 05/2016 (Dezember 2016)

Im Interview

Neue Entgeltordnung für die Pflege im Bereich der Caritas

Interview mit Johannes Brumm, Pflegedirektor Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg GmbH; Vorsitzender der Regionalkommission Ost; Mitglied im Leitungsausschuss der AK; Mitglied im Tarifausschuss der AcU

Herr Brumm, am 08.12.2016 hat die Bundeskommission (BK) einen Beschluss zur Entgeltordnung gefasst. Wie bewerten Sie diesen Beschluss?
Die beiden Parteien haben hart miteinander gerungen, um diesen Teilbeschluss zu einer neuen Entgeltordnung im Bereich der Pflege zu beschließen. Dass die BK beschlussfähig ist, muss anerkannt werden. Persönlich hätte ich mir gewünscht, dass wir erst alle Anlagen und deren Überleitung bearbeiten und dann eine Entgeltordnung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas verabschiedet hätten. Eine Teillösung ist immer problematisch für die Einrichtungen, da es zu einer Ungleichzeitigkeit zwischen den Mitarbeitergruppen kommt. Die Vereinbarungen zu den Kompensationsregelungen über die Jahressonderzahlungen und zu den Pflegehilfskräften sind zu begrüßen, vor allem letzteres ist insbesondere für die Altenhilfe existenziell wichtig. Ebenso ist zu begrüßen, dass Regelungen für Fachkräfte und für die Leitungsstruktur in der Pflege erreicht wurden und die Vereinbarung zum Eigenbetrag der Mitarbeiter zur KZVK erhalten bleibt.
Aber in der Summe war das Arbeitspensum, das wir uns im Sommer mit dem ersten Teilbeschluss selber auferlegt hatten, wohl zu groß. So fehlt jetzt noch der komplette Bereich der Anlage 2. Das schwächt den aktuellen Beschluss der Bundeskommission.

Worauf sollte aus Ihrer Sicht bei der Neuregelung der Anlage 2 besonders geachtet werden?
Leider ist es unsicher, mit welcher Geschwindigkeit nun an der Überleitung der noch nicht bearbeiteten Anlagen gearbeitet wird. Es bleibt zu hoffen, dass in der Bundeskommission der politische Wille besteht, dann auch zeitnah neue Lösungen für die bestehenden Probleme zu finden. Besonders ist hierbei darauf zu achten, dass die strukturellen Unterschiede im Sinne einer Vereinheitlichung beseitigt werden. Zu nennen sind hier im Wesentlichen die unterschiedlichen Vergütungstabellenstrukturen, abweichende Regelungen zur Jahressonderzahlung, der AZV-Tag oder auch fehlende Regelungen zur Sozialkomponente und zum Leistungsentgelt. Dies führt in der Anwendung des Regelwerkes zu Irritationen, sowohl bei den Anwendern in den Personalabteilungen als auch bei den Mitarbeitenden. 
Wesentlich ist aber auch, dass sich absehbar der Wettbewerb um Fachkräfte in den weiteren medizinischen Fachberufen des medizinisch-technischen und therapeutischen Bereichs weiter verschärfen wird, wenn in den AVR keine Änderungen vorgenommen werden.

Was bedeutet der Beschluss ganz praktisch z.B. für das Krankenhaus St. Marienstift Magdeburg?
Viel Arbeit! Wie bereits gesagt, haben wir durch den Teilbeschluss nun weitere Differenzierungen innerhalb der AVR. Das macht die Arbeit vor Ort nicht einfacher und stößt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Einrichtungen auf Unverständnis. Die Tarifpolitik der Caritas auf Bundesebene ist stellenweise in der Praxis nur schwer zu vermitteln. Nicht einfacher wird es, wenn die regionalen Differenzierungen noch hinzukommen. So hat die RK-Ost am 16.12.2016 die Beschlüsse der BK zeitversetzt übernommen und zusätzlich einen Schritt in der Ost-West Anpassung vorgenommen.

Es ist jetzt an der Zeit, den Einrichtungen zu vermitteln, wie die Beschlüsse auszulegen sind und welche Veränderungen damit verbunden sein werden. Dies ist auch eine Herausforderung für uns als Mitglieder der Bundes- und Regionalkommissionen. Darüber hinaus hielte ich die weitere Arbeit an der Entgeltordnung für die Anlage 2 für notwendig und hoffe, im Sinne eines handhabbaren Arbeits- und Tarifrechts der Caritas, auf ein baldiges Gelingen. 

Wir danken Herrn Johannes Brumm für dieses Interview!

Tagungen und Schulungen

AcU-Schulungen 2017 in Planung

Das Schulungsprogramm der AcU für das Jahr 2017 ist in Planung. Folgende Themen und Termine stehen bereits fest:

Dienstpläne gestalten - Praktische Erläuterungen zum BAG-Urteil von 2013 
Referent: RA Dr. Christian Schlottfeldt, Arbeitszeitkanzlei, Berlin
08.02.2017, 10:30 - 16:00 Uhr im Spenerhaus in Frankfurt 

Aktuelle Rechtsprechung im Arbeitsrecht 2017
Referent: Sebastian Witt, Fachanwalt für Arbeitsrecht, BUSSE & MIESSEN Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Bonn
08.11.2017, 10:30 - 16:00 Uhr im Spenerhaus in Frankfurt

Weitere Informationen und Anmeldeformulare zu diesen Schulungen sind unter www.a-cu.de abzurufen. 

Die Schulung "Neue Entgeltordnung für die Pflege im Bereich der Caritas - Umsetzung der Neuregelungen in der Praxis" ist für den 30.03.2017 geplant. Weitere Informationen zu dieser Schulung werden ab Januar 2017 auf der Homepage der AcU abrufbar sein.

In eigener Sache

Zum Jahresausklang

Am Ende des Jahres sagen wir allen Leserinnen und Lesern ein herzliches Dankeschön und freuen uns auf Ihre Rückmeldungen und Anmerkungen zu unserem Newsletter auch im neuen Jahr 2017!

Bis dahin schicken wir beste Grüße und wünschen...

Frohe Weihnachten, besinnliche Tage zwischen den Jahren und alles Gute für 2017!

Ihre AcU-Geschäftsstelle

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Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU)
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