
Bonn, 10.03.2026 - Die Arbeitsgemeinschaft caritativer Unternehmen (AcU) hat ihre tarifpolitischen Ziele für die Legislaturperiode 2026–2029 der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas (AK) vorgelegt. Darin formulieren caritative Unternehmen, die bundesweit rund 188.000 Mitarbeitende beschäftigen, ihre Erwartungen an eine zukunftsfähige Ausgestaltung des Dritten Weges und der Tarifpolitik in der Caritas.
„Die Rahmenbedingungen für caritative Unternehmen verändern sich rasant – fachlich, wirtschaftlich und mit Blick auf den Arbeitsmarkt“, sagt Dr. Matthias Scholz, Vorstandsvorsitzender der AcU. „Wenn wir unseren Auftrag dauerhaft erfüllen wollen, brauchen wir eine Arbeitsrechtliche Kommission, die handlungsfähig ist, und eine Tarifpolitik, die zu den realen Herausforderungen in unseren Einrichtungen passt.“
Im Zentrum des Papiers stehen Forderungen nach einer Reform der Arbeitsrechtlichen Kommission und nach eigenständiger Tarifgestaltung. Die caritativen Unternehmen erwarten eine Repräsentanz in der AK, die ihrem Markt- und Personalanteil angemessen ist, und sprechen sich für klar legitimierte Verfahren – etwa durch eine demokratische Wahl aller Mitglieder der Kommission – aus. Zugleich regen sie an, Struktur und Arbeitsweise der AK so weiterzuentwickeln, dass Entscheidungen schneller, lösungsorientierter und näher an den Bedarfen der unterschiedlichen Arbeitsfelder getroffen werden können.
„Ein eigener, attraktiver Tarif ist ein entscheidender Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte“, betont Susanne Minten, stellvertretende Vorsitzende der AcU und Hauptgeschäftsführerin der Katholischen Einrichtungen Ruhrgebiet Nord GmbH (KERN). „Wir wollen die AVR nicht nur bewahren, sondern aktiv weiterentwickeln – differenziert nach Branchen, etwa in Gesundheits- und Altenhilfe, und zugleich anschlussfähig an die Realität sozialer Märkte.“ Die tarifpolitischen Ziele sehen vor, dass sich Verhandlungen zwar an Referenztarifen orientieren können, das Ziel aber ein eigener, selbstbestimmter Tarif bleibt.
Sebastian Spottke, stellvertretender Vorsitzender der AcU und Vorsitzender der Geschäftsführung der Marienhaus GmbH, unterstreicht die Verantwortung der Dienstgeber: „Unsere Mitglieder tragen tagtäglich Verantwortung für Einrichtungen, Mitarbeitende und Patientinnen und Patienten. Mit den tarifpolitischen Zielen machen sie deutlich, was sie brauchen, um diese Verantwortung auch in Zukunft verlässlich wahrnehmen zu können.“
Die tarifpolitischen Ziele verstehen die Mitglieder der AcU als Impulspapier – nicht als fertigen Reformplan. „Wir wissen, dass Veränderungen im Dritten Weg nur gemeinsam gelingen“, so Scholz. „Deshalb ist dieses Papier eine Einladung zum Dialog an alle, die in der Caritas Verantwortung tragen.“
Reinhard Sentis
Referent für Kommikation und Organisation
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